Diese 5 Finanz-Tipps lernen Kids leider nicht in der Schule – schade, sie hätten später keinen Stress mit Geld

„Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann ’ne Gedichtsanalyse schreiben. In 4 Sprachen.“

Erinnerst du dich an diesen berühmten Tweet einer 17-Jährigen von Anfang 2015?

Was hat sich seitdem in der Schule geändert?

Nichts, gar nichts.

Ich hatte als Kind das große Glück, dass mir mein Vater alles gezeigt hat, was ich in Sachen Finanzen wissen muss. Das ist nicht der Normalfall, ich weiß. Eltern haben oft selbst Schulden und können ihren Kids nicht sagen, wie man das mit dem Geld richtig macht. In der Schule erfahren sie es aber leider auch nicht.

Warum, ist mir völlig unbegreiflich. Eine weltweite Finanzkrise seit 2007, die höchste Armutsquote seit der Wiedervereinigung (Quelle: der neue Armutsbericht der Bundesregierung) und die Diskussion darüber, ob wir später eine Mini-Rente oder eine Mini-Mini-Rente bekommen werden – ist das nicht Anlass genug?

Dabei könnte alles so einfach sein. Wer diese fünf Finanz-Tipps schon als Kind erfährt, wird als Jugendlicher keine Handy-Schulden machen, hat als Erwachsener keine Geldsorgen und wird mit großer Sicherheit die Altersarmut nur aus den Nachrichten kennen. Liebe Eltern, gebt euren Kids das hier mit:

 

1. Verstehen, woher das Geld kommt

Wie praktisch, dachte ich mir damals.

Wenn man Geld braucht, geht man zur Bank und holt es sich dort einfach. So haben’s die Eltern getan.

Dass die Eltern für das Geld erst arbeiten müssen, wusste ich erst einmal nicht.

Dass es auf der Bank war, weil es dort sicher war und Zinsen brachte, habe ich ebenfalls erst später erfahren.

Dass man nur Geld ausgeben kann, das man vorher verdient hat, habe ich früh von meinen Eltern gelernt. Es sei denn, man kauft gleich ein ganzes Haus. Kein Auto, keine Möbel, keine Reise. Ein Haus.

Für ein Haus kann man einen Kredit aufnehmen. – Mit dieser Aussage konnte ich etwas anfangen. Geändert hat sich daran inhaltlich bis heute nichts.

 

2. Taschengeld, früh und ohne Wenn und Aber

Schon früh habe ich Taschengeld bekommen, schon bevor ich in der Grundschule war.

Der Betrag war fix, der Termin auch. Erst wöchentlich, als Teenie monatlich. Mit jedem Lebensalter gab’s mehr. Als 5-Jähriger reichten mir 50 Pfennige in der Woche, mit 16 waren es 80 Mark. Lebensmittel, Schulkram und Klamotten musste ich nicht zahlen.

Das Taschengeld reichte IMMER.

Ich wusste, dass ich mit dem Geld, wie viel es auch war, bis zum nächsten Termin auskommen muss – und ich kam damit aus. Natürlich, mehr geht immer – aber außer an wenigen Tagen wie Geburtstag oder Weihnachten gab es nichts extra. Dafür musste ich nie Rechenschaft abgeben, wofür ich das Taschengeld ausgebe.

Wichtig: Ich wusste, dass das Taschengeld immer reinkommt – es war kein Sanktionsmittel für Irgendwas, und der Termin war auch immer fix. Ich konnte mich darauf verlassen. Es gab aber auch keinen Vorschuss.

Was ich als Kind nicht wusste: Damit war ich bestens auf die Erwachsenenwelt vorbereitet. Das Geld reicht bei mir immer, egal, wieviel Einkommen ich gerade habe. Es reichte als Zivildienstleistender (sehr mageres Einkommen), als Student (noch schlimmer), als Angestellter und als Unternehmer.

 

3. Jeder muss sparen, und zwar immer

Wenn etwas sicher ist, dann das. Jeder muss immer sparen.

Ich habe als Kind immer einen festen Satz von meinem Taschengeld gespart.

Wichtig war für mich, dass ich das Geld, das ich sparen wollte, gleich abgezwackt habe.

Noch heute funktioniert es nicht, das zu sparen, was übrig bleibt. Es bleibt nichts übrig.

Meine Empfehlung, nicht nur in jungen Jahren: mindestens 10 Prozent vom Netto-Einkommen sparen. Mindestens, besser mehr, noch besser viel mehr.

Wenn du nicht weißt, wohin: erst mal aufs Tagesgeldkonto (auf ein Online-Konto bekommst du derzeit immerhin bis zu 0,8 Prozent). Ein Tagesgeldkonto kann auch für ein Kind angelegt werden. Ein klassisches Sparbuch bringt keine Zinsen mehr.

 

4. Für größere Anschaffungen muss zusätzlich gearbeitet werden

Taschengeld – check

Sparen – check

Natürlich gab’s auch mal größere Anschaffungen, die die Eltern leider nicht übernommen haben.

Also habe ich dafür gearbeitet – Zeitungen ausgetragen, für ein paar Mark im Monat. Mit knapp 30 Mark im Monat für drei Stunden Arbeit in der Woche, und das bei Wind und Wetter, sicher nicht der beste Stundenlohn. Aber hey, ich hatte eigene Kohle für größere Wünsche.

Zusätzlich für Einkommen zu sorgen, dafür muss man sich auch als Erwachsener nicht schämen, schaut mal hier.

 

5. Girokonto, Geldautomaten-Karte, Dauerauftrag & Co. – früh übt sich

Mit zwölf hatte ich mein erstes Girokonto, mit vierzehn wusste ich, was eine Überweisung ist, ein Dauerauftrag, ein Scheck.

Geschadet hat mir all das nicht.

Mein Tipp für alle Eltern: Wartet nicht, bis es zu spät ist, sondern zeigt den Kids unbedingt früh die Welt der Finanzen.

10 Tipps, wie du ohne großen Aufwand jeden Monat 400 Euro sparst

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