Wie ich es geschafft hatte, mit Anfang 20 ganze 40k auf meinem Konto zu haben

Den Drang, eigenes Geld zu verdienen, und nicht nur „einfach so“ Taschengeld zu bekommen, hatte ich schon als Kind. Mit elf Jahren habe ich Werbeprospekte ausgetragen – für drei Stunden Arbeit in der Woche bei Regen, Wind und Wetter habe ich 8 Mark [sic!] bekommen. Darüber war ich extrem stolz, es war mein eigenes verdientes Geld. Mit 22 hatte ich über 40.000 Euro auf meinem Konto – aber das war ein sehr steiniger Weg.

 

Der kalte Wind peitscht durch die verlassenen Straßen, es schüttet ohne Ende. Meine rechte Schulter schmerzt. Diese Tasche mit dem Berg an Prospekten wiegt bei dem Mistwetter noch viel mehr als sonst sowieso schon. Drei Straßen noch, dann habe ich die Hälfte geschafft. Geil, das ist mein Samstagnachmittag.

Die knapp 30 DM, die ich im Monat verdiente, machten mich nicht reich. Es reichte für meine bescheidenen Ausgaben als Elfjähriger, mehr auch nicht. Okay, Taschengeld habe ich auch noch bekommen. Waren nochmal so 30 Mark. Auch nicht viel, aber zusammen mit Geburtstags-, Weihnachts- und Omageld so viel, dass ich jeden Monat was zurücklegen konnte – fürs Fahrrad.

Finanzberatung durch die Eltern

Ich hatte als Kind das große Glück, dass mir mein Vater alles gezeigt hat, was ich in Sachen Finanzen wissen muss. Dass man nur Geld ausgeben kann, das man vorher verdient hat, das habe ich gelernt. Es sei denn, man kauft gleich ein ganzes Haus. Kein Auto, keine Möbel, keine Reise. Ein Haus. Für ein Haus kann man einen Kredit aufnehmen. Mit dieser Aussage konnte ich als Kind etwas anfangen. Geändert hat sich daran inhaltlich bis heute nichts.

Aber zurück zu meinem Finanzplan: Wie komme ich zu mehr Geld? Ich schaffte es mittlerweile, fast die Hälfte dessen, was im Monat reinkam, zu sparen. Nicht, weil ich nichts ausgegeben habe, sondern weil immer mehr reinkam. Ich suchte mir ständig Möglichkeiten, zusätzlich etwas zu verdienen. Ich habe sehr viel Freizeit investiert und Nachhilfe gegeben – Mathe, Französisch, Chemie. Erst den eigenen Klassenkameraden, später der halben Schule. Dann habe ich regelmäßig die Autos der Nachbarn gewaschen. Habe zusätzlich zu meinen Werbeprospekten auch die Abo-Zeitschriften ausgetragen, als der eigentliche Zusteller in Urlaub war. Solche Sachen. Ich war dadurch immer flüssig und hatte bereits auch einiges zurückgelegt. Jeden Monat konnte ich etwas sparen, erst war’s die Hälfte, inzwischen waren es rund zwei Drittel von dem, was reinkam.

Na, der hatte Spaß im Leben, ist nie rausgegangen und hatte keine Freunde – das denkst du jetzt, richtig?

Falsch. Ich hatte nur ein paar Tricks, die mir geholfen haben, meine Ziele zu erreichen. Zugegeben, ohne die Hilfe meiner Eltern hätte das alles nicht funktioniert. Mit zwölf hatte ich mein erstes Girokonto, Taschengeldkonto hieß es. Fand ich viel spannender als das Sparbuch, weil man da viel mehr machen konnte als nur Geld einzahlen oder sich auszahlen lassen kann. Später haben mir die Eltern einen Bausparvertrag angelegt – langweilig und spießig, aber im Nachhinein war das ein guter Grundstein für das, was alles noch kam in meinem Leben. Ich lernte, was ein Festgeld ist, was Bundesschatzbriefe sind, was ein Tagesgeldkonto kann. Noch immer im Taschengeldbereich experimentierte ich mit alldem, natürlich immer mit der Unterschrift der Eltern.

Ich bin mir dieser Privilegien sehr bewusst und weiß auch, dass diese Art zu leben – nämlich relativ viel zu sparen und sich viel mit Finanzkram zu beschäftigen – nicht unbedingt dem entspricht, was man als Teenie sonst so treibt.

Mit 15 habe ich die BRAVO gelesen. Und Fachmagazine für die Börse

Ich machte als Teenie das, was man halt so macht – vielleicht nicht ganz so exzessiv. Ich war grundsätzlich mit Bargeld unterwegs statt mit Karte – vor allem beim Ausgehen am Wochenende. Ja, das Vorglühen war wichtig und ich finde, als junger Mensch mit wenig Kohle kann man das auch machen. Ich bin viel zu Fuß gegangen und Fahrrad gefahren und sparte mir so das Fitnessstudio (später war ich in einem recht günstigen).

Ich war viel auf Reisen, aber eben günstig (hier bei SoHappySaveUp! gibt’s übrigens jede Menge Tipps für günstige Reisen). Ich habe kein Haushaltsbuch geführt, wusste aber ungefähr, wie viel ich im Monat für was ausgebe. Für Ausgaben, die nur einmal im Jahr fällig waren (zum Beispiel eine Versicherung, die ich irgendwann selbst zahlen musste), habe ich jeden Monat ein Zwölftel von diesem Betrag auf ein Konto umgebucht, um nicht überrascht zu werden, wenn einmal im Jahr abgebucht wird. Das Geld, das ich sparen wollte, habe ich grundsätzlich immer auf andere Konten umgebucht, wenn es reinkam – so hatte ich dieses save und kam nicht in die Versuchung, es aufzugeben, weil es auf dem Girokonto war. Wenn ich versucht habe, das zu sparen, was am Ende des Monats übriggeblieben ist: das hat nicht funktioniert, es musste immer gleich umgebucht werden, nachdem es reinkam.

Das Geld wurde mehr – langsam, aber doch

… und das lag sicher nicht an dem mageren Geld, das meinem Zivi-Job reinkam – keine 500 Euro im Monat. Aber der Zivi-Job im Krankenhaus war nicht so anstrengend und zeitraubend, sodass ich immer noch genug Zeit hatte, zusätzlich Geld zu verdienen. Mit Nachhilfe und tatsächlich war ich mir noch immer nicht zu schade dafür, für wenig Geld die Prospekte zu verteilen.

Eine Portion Restenergie steckte ich in die Telebörse, damals lief die tatsächlich noch bei SAT.1 – und ich interessierte mich für Börsenzeitschriften. Aber schnell merkte ich, dass ich bei Aktien & Co. ohne fundierte Grundkenntnisse nicht weit komme.

Als irgendwann die Entscheidung anstand: Ausbildung oder Studium, hat sich irgendwie eine Bankausbildung herauskristallisiert. Nicht, dass das mein Traumjob war, aber ich wusste eben nichts Besseres, das ich hätte machen können.

In der Ausbildung hatte ich von Anfang an nur ein Ziel: die Wertpapierabteilung.

Irgendwann nach ein paar Monaten war es soweit. Nicht, dass ich nach zwei Wochen Aufenthalt in der Wertpapierabteilung auch nur annähernd genug Kenntnisse in diesem Bereich gesammelt habe, packte mich der Ehrgeiz, das einfach mal zu testen. „Spielgeld“ – also Geld, das ich nicht unbedingt gleich brauche, hatte ich ja mittlerweile durch meine vielen Jobs. So kaufte ich mit 18 meine ersten Fonds und auch gleich Aktien-Einzelwerte. Erst deutsche Unternehmen, nach ein paar Monaten Europa, ein halbes Jahr später Fernost & Co.

Kein Luxus in meinen Zwanzigern

Meine erste eigene Wohnung war wirklich sehr, sehr günstig, obwohl ich mir eine bessere und schönere hätte leisten können. Aber ich wollte unbedingt weniger ausgeben als reinkommt. Außerdem – finde ich – braucht man zwischen 20 und 30 keine glamouröse Wohnung, das kann man sich auch später noch gönnen. Wobei klar ist: die meisten, die auf einmal mehr verdienen, passen ihre Ausgaben gleich den neuen Einnahmen an. Kann man natürlich machen, aber reich wird man nur, wenn man zwar mehr einnimmt, aber weiterhin so viel (wenig!) ausgibt wie bisher.

Keine Kredite für Kleinkram!

Es passte eigentlich nicht in mein Sparkonzept, aber mit Anfang zwanzig hatte ich mein altes Auto satt, weil es fast auseinandergefallen ist. Ich habe mir ein neues Cabrio gegönnt und die 15.000 Euro dafür bar bezahlt. Vom Ersparten, vor allem von Gewinnen aus meinen Aktiengeschäften. Hätte ich das Geld nicht gehabt, ich hätte meine alte Karre weitergefahren, bis sie auseinandergefallen wäre. Gerade ein Auto verliert sehr schnell an Wert.

Risikobereitschaft und etwas Glück gehören dazu

Zurück zu meinem Aktiendepot. Mittlerweile bin ich ein richtiger Zocker geworden und habe hochriskante Papier gekauft, hatte aber auch mehr Glück als Verstand. Zum einen war die Steuerregelung damals noch nicht so scharf – Stichwort Spekulationsfrist, also der Zeitraum, für den man die Aktien behalten muss, bevor man steuerfrei verkaufen kann. Verkauft man während der Frist, ist eine Steuer auf den Gewinn fällig. Wertpapiere zu kaufen und nach wenigen Tagen mit viel Gewinn steuerfrei abzustoßen, war damals noch möglich. Durch den Börsenaufschwung, der gerade während meiner Ausbildung herrschte, hat meine Anlegetaktik funktioniert, ich machte mit einigen Papieren 5.000 Euro in der Woche und mehr – bei anderen steckte ich eine ganz schöne Summe rein und nach ein paar Monaten waren die Aktien insgesamt nicht mal mehr einen Cent wert! 😉 Alles in allem konnte ich durch sehr viel Risikobereitschaft mein Spielgeld vermehren.

Mit 22 hatte ich schließlich über 40.000 Euro auf meinem Konto.

5 Gedanken von reichen Menschen vs. 5 Gedanken von normalen Leuten – und wie denkst du?

Tutorial: Howto endlich mit Aktien reich werden – meine Anleitung for Beginners in 5 Schritten

10 Tipps, wie du ohne großen Aufwand jeden Monat 400 Euro sparst

7 Möglichkeiten, von zu Hause aus Geld zu verdienen

Neue Amazon-Masche: die fiese Retouren-Falle

Diese 7 Dinge solltest du erledigt haben, bevor du 30 wirst (später geht auch noch)

10 Gründe, warum du einfach nicht reich wirst

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Create a website or blog at WordPress.com

Nach oben ↑